French Open: Tagger und Kraus trotz Gegenwehr ausgeschieden
Zum allerersten Mal seit den Australian Open 2010 stehen bei den French Open in Paris vier Österreicherinnen im Hauptbewerb eines Grand-Slam-Events. Inzwischen allerdings „standen“ – denn am ersten Hauptfeld-Spieltag von Roland-Garros 2026 am Sonntag zu Mittag ist für die ersten zwei ÖTV-Asse das Aus gekommen. Lilli Tagger und Qualifikantin Sinja Kraus hatten bei ihren jeweiligen Main-Draw-Premierenauftritten auf der höchsten Ebene des Tennissports freilich auch äußerst starke Gegnerinnen. Zunächst unterlag die erstgenannte, 18 Jahre junge Osttirolerin (WTA 91) der auf 32 gesetzten Chinesin Xinyu Wang (WTA 32) nach 2:08-stündigem Kampf knapp mit 3:6, 6:3, 4:6. Die Wienerin Kraus (WTA 101) wehrte sich gegen die elftgereihte Schweizerin Belinda Bencic (WTA 11) nach Kräften, musste sich der Ex-Olympiasiegerin aber kurz darauf in 90 Minuten mit 2:6, 3:6 beugen. Die weiteren ÖTV-Vertreter:innen, die in Frankreichs Hauptstadt im Einzel noch mit von der Partie sind (Sebastian Ofner und Qualifikant Jurij Rodionov bzw. Anastasia Potapova und Julia Grabher), stehen erst am Montag und am Dienstag im Einsatz.
Tagger hatte sich heuer dank konstant starker Leistungen in ihrem jungen Alter bereits unter die Top 100 der Welt gespielt und durfte hierdurch – als Vorjahressiegerin bei den Juniorinnen – ausgerechnet in Paris ihr Major-Hauptfelddebüt feiern. Zwar verlor sie den ersten Satz nach 2:0-Führung, zeigte darauf gegen Wang aber auf der großen Bühne ihr enormes Potential. Im dritten Set startete die Teenagerin nach 1:5-Rückstand nochmals eine Aufholjagd, machte beide Breaks wett und wehrte gesamt vier Matchbälle ab, beim fünften Matchball war schließlich Schluss. Kraus hatte sich indes im 13. Anlauf über die Qualifikation erstmalig bei einem Grand Slam ein Ticket für den Main Draw verdient und durfte bei ihrer Premiere sogleich auf dem größten Platz der Anlage antreten, dem Court Philippe-Chatrier. Die 24-Jährige leistete härtere Gegenwehr als das Ergebnis vermuten ließ, die vielen engen Games gingen jedoch fast durchwegs an ihre weitaus erfahrenere, eidgenössische Kontrahentin.